Erinnerung an die Pogromnacht vor 70 Jahren

Gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf erinnerte der Landtag Nordrhein-Westfalen an Geschehnisse, für die Worte der Beschreibung kaum ausreichen. "Doch darüber zu schweigen, ist verboten", zitierte ich Elie Wiesel. Auch wenn die meisten von uns die Zeit des Naziterrors persönlich nicht mehr miterlebt haben, so spricht uns dies nicht von unserer Verantwortung für die Zukunft frei. Als Bürgerinnen und Bürger des demokratischen Deutschlands stehen wir in der Pflicht, das Geschehene in Erinnerung zu halten.
Hätten Menschen mit Zivilcourage das Schlimmste in dieser Nacht verhindern können? Diese Frage müssen wir vergeblich stellen; zu dem unerklärlichen Verhalten des Wegsehens schreibt Mommsen: "Wo Erschrecken und Protest notwendig gewesen wäre, griffen Verstummen und Verschweigen Platz." Umso entschlossener müssen wir zurückblicken, um für die Gegenwart und für die Zukunft wachsam zu sein: Wir dürfen nicht weghören, wenn Neonazis ihre Parolen grölen. Und wir dürfen nicht dulden, dass sie sich in unseren Alltag schleichen, auch über moderne Medien. Es ist und bleibt unsere Aufgabe, sie als das zu entlarven, was sie tatsächlich sind: Feinde der Menschlichkeit, Feinde der Nächstenliebe und Feinde unserer Demokratie.
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