Unterschrift löste Begeisterung aus

Schulbesuch in Wetter: Diskussion um Schulstruktur



















 
 
 
 
 




85 interessierte und disziplinierte Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen traf Landtagspräsidentin Regina van Dinther im Musikraum der Städtischen Realschule Wetter. 

Ob es am Benimm-Training lag, das alle in den Klassen 9 absolvieren oder an der Spannung, ob sich die Präsidentin wohl für den Erhalt ihrer Realschule einsetzen würde? Jedenfalls plauderten die 15- bis 16-Jährigen zwei Stunden lang ruhig und gut vorbereitet mit der Politikerin. Das Themenspektrum reichte dabei von der Wirtschaftskrise über Angela Merkel bis zur Todesstrafe.

Applaus bekam die Präsidentin dann für eine Unterschrift auf einem zum Banner umfunktionierten Betttuch: "Wir wählen die Realschule". Da die Hauptschule am Ort auf Dauer kaum einzügig laufen wird, gibt es nämlich Diskussionen, ob sie mit der Realschule zur Verbundschule zusammen gelegt werden könnte. Schulleiter Knährich und Konrektorin Steinhauer bevorzugen eine Zusammenarbeit der Hauptschule mit der Hauptschule im Nachbarort und waren dementsprechend auch angetan von der Unterschrift Regina van Dinthers auf dem Transparent.

Zuvor hatte Regina van Dinther aber zwei Stunden lang Fragen beantwortet. Ob sie noch Zeit für sich habe und "familiär eingeschränkt" sei durch ihr Amt, fragten die Schüler freundlich und ob sie Auslandsreisen mache? Ob es die NPD im Landtag gebe und wann sie angefangen habe, sich für Politik zu interessieren? Was der Unterschied sei zwischen CDU und SPD und wer ihr politisches Vorbild sei, wollten sie ebenfalls wissen. Van Dinther nannte Konrad Adenauer (der habe immer daran geglaubt, dass die deutsche und europäische Einheit zu verwirklichen sei) und Rita Süßmuth: "Ihr werdet in der Politik so gut wie keine Frauen finden."
 
Besonders gefielen der Landtagspräsidentin die Fragen, wie sie denn die Wahlbeteiligung erhöhen und herausfinden wollte, was Jugendliche möchten? Sie erzählte von den zahlreichen Jugendprojekten, die der Landtag unter ihrer Führung initiiert habe und appellierte eindringlich, wählen zu gehen: "Statt mit den Nachbarländern Krieg zu führen, dürft ihr heute in den Nachbarländern studieren. Bedenkt mal, wie gut ihr es habt. Dafür erwarte ich aber, dass ihr wenigstens zur Wahl geht. Das Wahlrecht ist eine Wahlpflicht!" 
 
Die Städtische Realschule in Wetter hat zurzeit 381 Schülerinnen und Schüler in 14 Klassen. 
 

 
Im Rathaus trug sich die Landtagspräsidentin in das Goldene Buch der Stadt Wetter ein (rechts Prof. Dr. Rainer Bovermann, MdL). 
  
  








  
  
  

 
Text und Fotos: Doro Dietsch/Landtag NRW)