Höfliche Schüler in Südlohn

Landtags-Präsidentin appellierte in der Roncalli-Schule:
Wählen gehen!

 
Ein besonderer Tag sei dies für die Roncalli-Schule, betonten Schulleiterin Doris Bennemann und Bürgermeister Georg Beckmann am Freitag in Südlohn. Denn eine Landtagspräsidentin habe die Schule noch nie besucht.
 
Die 120 Schüler in der Aula der Gemeinschaftshauptschule hielten derweil bereits Zettel mit vielen Fragen in den Händen. Die 16-jährigen Schüler/innen der Klassen 9 und 10 interessierte vor allem auch Persönliches: Ob Regina van Dinther eine "richtige Ausbildung" gemacht habe, wollten sie wissen, wie sie persönlich Jugendlichen helfe und ob sie später noch etwas anderes machen möchte?
 
Auch wollten sie wissen, wie anstrengend der jetzige Job sei. "Diesen Posten gibt es nur einmal und wenn man ihn dann hat, muss man seine ganze Kraft hineinstecken!", lautete die Antwort. Aber natürlich wurde auch über Politik gesprochen.
 
Welche politischen Ziele sie habe? Landespolitik sei ausgesprochen interessant und deshalb wolle sie dabei bleiben, sagte die Präsidentin. Ob sie sich schon einmal über eine Entscheidung geärgert habe? Ja, denn man brauche Mehrheiten, so van Dinther. In der CDU sei es schwer gewesen, die Partei auf moderne Frauenpolitik einzustimmen. Da habe sie sich jeden Tag ein bisschen geärgert und ein bisschen gefreut.
 
Aus welchen Berufsgruppen die anderen Abgeordneten kämen? Früher seien die meisten im öffentlichen Dienst gewesen, aber heute sei das bunt gemischt, wusste die Landtagspräsidentin: Rechtsanwälte, Gärtner, Hochschullehrer, Handwerker - da sei jeder Beruf dabei. Ob denn ein Hauptschulabschluss reiche, um Politiker zu werden? Man müsse sich nach oben kämpfen, betonte Regina van Dinther, wichtig sei, dass man ein Powertyp sei und die Leute einem vertrauen würden.
 
Dann appellierte sie an die Jugendlichen, wählen zu gehen: "Wahlrecht ist eigentlich Wahlpflicht", sagte sie, "wenn alle wählen gehen, haben die extrem Rechten und die extrem Linken keine Chance, in die Parlamente einzuziehen, weil die dann prozentual zu wenig Stimmen haben. Aber wenn die Wahlbeteiligung niedrig ist, haben wir die drin!"
 
Im Anschluss an die Fragestunde trug sich Regina van Dinther in das Goldene Buch der Stadt Südlohn ein, das die stellvertretende Bürgermeisterin Annette Bonse-Geuking mit in die Schule gebracht hatte.