Eierlikörtorte zur Begrüßung

Landtagspräsidentin besuchte
das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Stadtlohn

Industrieparkett, Steinwayflügel, für den neuen Anbau eine elektronische Tafel: Eine außergewöhnlich schöne und gut ausgestattete Schule präsentierte sich der Landtagspräsidentin in Stadtlohn.
 
Auch die zweite Schule, die in dieser bildungsfreundlichen Stadt besichtigt wurde (die Losberghauptschule), zeigte sich frisch renoviert mit edlem Parkett und einer Mensa, die sogar einen Architekturpreis eingeheimst hat. Mit gehissten Fahnen wurde Landtagspräsidentin Regina van Dinther auf dem Schulhof des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Stadtlohn von Schulleiter Bernhard Gemsa und Bürgermeister Helmut Könning empfangen.
Die Schüler der Klasse 12 erwarteten den Besuch bereits in dem eigens für diesen Anlass liebevoll dekorierten Besprechungsraum mit selbstgebackenen Kuchen und Torten (für die Eierlikörtorte wurde eigens das Alkoholverbot an der Schule für diesen Tag außer Kraft gesetzt).
Vorstellen musste sich die Präsidentin diesmal nicht, auch das Parlament war den Jugendlichen von einem Besuch in Düssel-dorf bereits bekannt. Also legten die Schüler sofort mit ihren Fragen los: "Warum können wir nicht einfach nach Hause gehen und dort lernen, wenn unser Lehrer krank ist? Der Unterricht bei einem Vertretungslehrer ist im Regelfall sowieso kein gleichwertiger Ersatz!" Landtagspräsidentin Regina van Dinther musste dem Schüler widersprechen: Jeder Unterricht sei besser als gar keiner und der Landtag arbeite daran, die Qualität des Unterrichts anzuheben. "Wie wollen Sie denn den Lehrerberuf attraktiver machen?" fragte ein anderer Schüler.Van Dinther sprach sich für die Verbeamtung der Lehrer und bessere Rahmenbedingungen aus. Doch das Wichtigste sei, dass die richtigen Leute gefunden würden. "Wer Lehrer sein will, muss sich dazu berufen fühlen", so die Landtagspräsidentin.
Ein weiteres Thema waren die tragischen Todesfälle der drei deutschen Schüler, die sich auf einer Klassenfahrt in der Türkei mit gepantschtem Alkohol vergiftet hatten. "Ich erwarte von Schülern, dass sie auf solchen Veranstaltungen Kultur erfahren möchten und sich nicht betrinken!", forderte Regina van Dinther.
Auch der Amoklauf von Winnenden wurde zum Thema: "Wie kann man so was in Zukunft verhindern?", fragte ein Schüler. Die Landtagspräsidentin plädierte für eine noch engeren Kontakt zwischen Lehrern und Schülern. "Der Rückzug eines Schülers aus dem wahren Leben darf nicht zugelassen werden, Eltern und Lehrer müssen immer Anteil haben an dem Leben ihrer Kinder und Schüler." Sie forderte die Gymnasiasten aber auch auf, "die Welt in die Schule zu holen". Sie habe oft festgestellt, dass sich speziell in Gymnasien die Fragen nur um die eigene Schule drehen und zum Beispiel nicht um den Arbeitsmarkt oder andere politische Themen, die das Leben nach Schule oder außerhalb der Schule betreffen. Osteuropa sei zum Beispiel sehr wichtig für die Wirtschaft in Deutschland. Die Schüler könnten von einem Auslandsaufenthalt in Osteuropa sehr profitieren.