Regina van Dinther besuchte das Berufskolleg Witten

Angehende Arzthelfer, Kaufleute, Elektroniker, Mechaniker, Pädagogen, Informatiker, aber auch Maler und Lackierer, Mechatroniker und Fachangestellte saßen als Vertreter ihrer Fachrichtung im Lernzentrum, um mit der Landtagspräsidentin zu diskutieren. Sie sollten ihre Eindrücke anschließend in ihre Klassen tragen. Schließlich konnten nicht alle interessierten Schüler eingeladen werden, teilzunehmen: Das BK Witten gehört zu den größeren Berufskollegs im Regierungsbezirk Arnsberg und wird zur Zeit von über 3.270 Schülerinnen und Schülern besucht.
Bildungsgänge für Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag werden ebenso angeboten wie der Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife. Viele Jugendliche haben einen so genannten "Migrationshintergrund", deshalb wurden im BK Witten drei Stellen extra für die Integration eingerichtet. Allerdings, so die Schulleitung, würden dringend Sozialarbeiter und Schulpsychologen gebraucht. Im gerade frisch renovierten Lernzentrum (der Ennepe-Ruhr-Kreis hat rund zwei Millionen Euro in die Neugestaltung des Schulgebäudes investiert) wunderte sich die Präsidentin, wie sehr das Thema Kopfnoten die Anwesenden beschäftigte. "Sie brauchen vor Kopfnoten keine Angst haben. Verglichen mit dem Leben, in das sie eintreten, sind Ihre Sorgen um die Kopfnoten übertrieben", meinte sie. Und auch Schulleiter Heinz Ziegler beruhigte nach einer Weile: "Auch für uns sind die Kopfnoten ja neu. Wir versuchen, damit verantwortlich umzugehen. Wie werden bei Kopfnoten die gleicher Sorgfalt anwenden wie bei den anderen Noten." So konnte nach einer guten halben Stunde das Thema gewechselt werden, hin zu einem weiteren Thema, das die Schüler aufregte: Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz). Gerade die angehenden Kinderpfleger äußerten Sorgen, keinen Arbeitsplatz mehr zu finden. "Die Kinderzahlen gehen zurück", erläuterte die Präsidentin, "dafür werden mehr Plätze für die Unter-Drei-Jährigen geschaffen. Dafür brauchen wir Kinderpfleger. Vielleicht nicht immer am selben Ort, man muss flexibel sein. Es gibt auch Kinderpfleger, die in die Altenpflege wechseln. Glaubt denen nicht, die da Angst schüren." Ein Jugendlicher machte sich bereits Gedanken darüber, ob er mit 50 überhaupt noch einen Job haben werde. Auch hier beruhigte van Dinther: "Wenn ihr mal dieses Alter erreicht habt, werdet ihr sehen, dass es immer weniger Junge gibt und ihr gefragt seid." Ihr Fazit: "Traut euch ruhig etwas zu. Ihr seid so gut, ihr schafft das!"
(Text und Fotos: Doro Dietsch / Landtag NRW)
