"Werdet nicht zu Sofasitzern"

Landtagspräsidentin Regina van Dinther besuchte das Städtische Gymnasium Olpe (17.1.2008) 
 
Die mit 1200 Schülern sowie 77 Lehrkräften größte allgemeinbildende Schule im Kreis hatte Regina van Dinther in ihre schöne alte Aula eingeladen, damit die Stufe 13 sowie zwei 10er-Klassen ihr Fragen stellten konnten. "Sie wurden ausgewählt, weil mehr als 100 Schüler leider nicht in unsere Aula passen", bedauerte Schulleiterin Annehild Elbracht
(auf dem Foto links).
Nach einer musikalischen Begrüßung stellten die anwesenden 15- bis 18-Jährigen dann engagiert Fragen zu politischen Themen. Die Schließung des Nokia-Werks in Bochum, die steigenden Benzin-Preise und die Europapolitik interessierten das wissbegierige Publikum.
Allerdings brachten die Schüler auch ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck, dass der Einfluss der Neonazis immer mehr wachse und dass sie bei der nächsten Wahl in den Landtag einziehen könnten. Regina van Dinther äußerte dagegen die Zuversicht, dass - wenn die Demokraten der Mitte zusammen hielten - für Links- und Rechtsradikale kein Platz sei.
Schwer sei es allerdings, in einer Demokratie eine Partei zu verbieten: "Um Fanatiker zu verhindern, seid ihr alle gefragt." Wie sie überhaupt die Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums Olpe aufforderte, sich zu engagieren und sich vielfältig in die Gesellschaft einzubringen: "Werdet nicht zu Sofasitzern!"
Der Wahlkampf von Roland Koch in Hessen beschäftigte einen Schüler, der provokant fragte: "Fischt die CDU jetzt nach Stimmen aus dem rechten Lager?" Die Landtagspräsidentin lächelte: "In drei Wochen spätestens hat sich die Aufregung gelegt und es wird wieder sachlich darüber geredet, was getan werden muss gegen Kriminalität." Wie man Politiker werde, interessierte die Jugendlichen. Aber Hoffnung auf eine schnelle Karriere machte ihnen van Dinther nicht. Politik sei ein mühsames Geschäft und Quereinsteiger brächten oftmals die notwendige Geduld nicht auf.
Das Städtische Gymnasium Olpe (Auf unserem Foto vorne rechts: der stellvertretende Schulleiter Jochen Haardt) hat bereits mehrere Preise in unterschiedlichen Sport- und Sprachwettbewerben gewonnen und bewirbt sich als Europaschule.
Außerdem bietet es eine "Generationenschule" an, in der Schüler älteren Menschen den Umgang mit Handys und Computern erklären.
Nach dem Schulbesuch ging es gemeinsam mit Olpes Bürgermeister Horst Müller (rechts) in den Gasthof Püttmann nach Rehringhausen. Dieses Dorf ist "Bundes-Golddorf 2007" und hat sich als einziges Dorf in ganz Deutschland für den Wettbewerb „Entente Florale Europe 2008“ qualifiziert.
Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Bigge-Stadt führten Ortsvorsteher Bernd Schnüttgen (Foto) und sein Bruder, Stadtverordneter Rüdiger Schnüttgen, die Präsidentin durch den Ort.
Bevor die Politikerin zurück nach Düsseldorf zu einem Abendtermin musste, besichtigte sie das Kinderhospiz „Balthasar“. Leiter Rüdiger Barth (Foto), der für eine persönliche Führung eigens seinen Urlaub unterbrochen hatte, berichtete von dem geplanten Bau des ersten Jugendhospizes Deutschlands. Es soll an das Kinderhospiz angebaut und ganz auf die Bedürfnisse der 17- bis 25-Jährigen zugeschnitten werden.Im Kinderhospiz Balthasar werden nicht nur schwerkranke Kinder aufgenommen, sondern auch deren gesunde Geschwisterkinder und Eltern, damit diese sich erholen und ausschlafen können, während die die erkrankten Kinder betreut und versorgt werden. Im Snoezelen-Raum, im Therapiebad und in der schönen Gartenanlage hört man deshalb häufig auch fröhliches Lachen. (Fotos: Dietsch/ Landtag NRW)