"Politiker zum Anfassen
gibts nur in einer Demokratie"
Landtagspräsidentin Regina van Dinther besuchte Gesamtschule Rheydt-Mülfort und Textilfirma in Mönchengladbach
(6.2.2008) Einen besonderen Anlass hatte der Schulbesuch von Landtagspräsidentin Regina van Dinther in der Klasse 8a der Gesamtschule Rheydt-Mülfort in Mönchengladbach: Die Schülerinnen und Schüler hatten bei einer Umfrage zu den Jugendangeboten des Landtags mitgemacht und sich den persönlichen Besuch von Landtagsabgeordneten gewünscht. Aufregung herrschte, als bekannt wurde, dass dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung gehen und sogar die Präsidentin selbst kommen würde. Die 14-Jährigen bereiteten sich mit Kurzreferaten auf die Diskussion vor und hatten so viele Fragen vorformuliert, dass schon zu Beginn der besonderen Unterrichtseinheit feststand, dass die Zeit nicht reichen würde. Schul- und Freizeitthemen beherrschten zunächst die Diskussion. "Sind Sie für getrennte Jungen- und Mädchenschulen?", wurde die Präsidentin beispielsweise gefragt. Regina van Dinther antwortete, einzelne Fächer in den Naturwissenschaften getrennt zu unterrichten sei sinnvoll. "Sport sollte auch getrennt sein", schlug daraufhin Schüler Kai vor. Die Aufforderung der Präsidentin, sich mehr ehrenamtlich zu engagieren, statt vor dem Fernseher zu hängen, kommentierte sein Mitschüler Mohammed mit den Worten, es ginge doch beides: "Ich helfe in der evangelischen Kirchengemeinde Odenkirchen, aber ich hänge auch vor der Glotze." Kopfnoten waren natürlich auch ein Thema. "Meine Mutter ist Lehrerin an einer Schule für behinderte Menschen und muss denen auch Kopfnoten geben", erzählte einer der aufmerksamen Schüler im Klassenraum 248. "Das ist doch ungerecht. Wenn die ausrasten, können die doch nix dafür." Die Landtagspräsidentin meinte, man müsse Menschen mit Behinderungen möglichst so behandeln wie andere Menschen auch. Die Lehrer wüssten schon, wie sie gerecht benoten könnten. Allerdings werde darüber diskutiert, die Kopfnoten von 6 auf 2 zu reduzieren. Auch Erziehungscamps wurden angesprochen. 2100 Kinder in Mönchengladbach bekämen flexible Hilfen oder seien sogar in geschlossenen Heimen untergebracht, wusste Michael Déjosez vom Jugendhilfeausschuss, der ebenso wie der Landtagsabgeordnete Michael Schroeren die Präsidentin begleitete. "36 Millionen Euro muss die Stadt Mönchengladbach jährlich für diese Kinder bezahlen." Die Jugendlichen fanden das Geld dennoch gut investiert: "Die ziehen sonst ja auch ihre Freunde noch mit rein", hieß ein kluger Kommentar. Als die Jugendlichen sich bedankten für den Besuch, erwiderte die Präsidentin, Politiker zum Anfassen habe man nur in einer Demokratie. "Ihr könnt sogar Angela Merkel einladen. In China geht so etwas nicht." Jetzt will die 8a wahrscheinlich als nächstes die Bundeskanzlerin einladen. Im strömenden Regen ging es anschließend weiter zu einer Firma, die weltweit führend im Sonnenschutz ist. Dort informierte sich die Landtagspräsidentin gemeinsam mit dem zuständigen Bundestagsabgeordneten, dem Landtagsabgeordneten sowie dem Ortsvorsteher über Produktneuheiten und textile Innovationen. Mönchengladbach gilt als Kompetenzregion für die Textilwirtschaft und Junkers & Müllers ist ein gutes Beispiel für stete Weiterentwicklung: Während der Großvater Regenschirme produzierte und der Vater Duschvorhänge ins Sortiment aufnahm, setzt der Sohn und Enkel heute auf intelligente Textilien für Sonnenschutz, die gleichzeitig wärmedämmend wirken - kein Nischenprodukt, sondern Wachstumsmarkt. Stolz ist man bei Junkers & Müllers außerdem darauf, dass die gesamte Produktrange nach Ökotex 100 zertifiziert ist. (Text und Fotos: Doro Dietsch/ Landtag NRW)
Landtagspräsidentin Regina van Dinther bei der Firma Junkers & Müllers, eingerahmt von den Herren Horst Hübsch (Ratsherr), Juniorchef Dr. Christian Junkers, Geschäftsführer Udo Jakobs, Michael Schroeren, MdL und Heinz Spinnen (von rechts nach links).