Ehrenamt als Eintrittskarte in den Beruf
Landtagspräsidentin besuchte
Theodor-Heuss-Schule in Krefeld

Am 16. Oktober war es soweit: Die Landtagspräsidentin kam zu den Schülern der Theodor-Heuss-Hauptschule, um ihnen Politik näher zu bringen. Hier hatte Regina van Dinther als ehemalige Hauptschülerin eine besondere Vorbildfunktion, denn die Präsidenten war selbst ja mal an dem gleichen Punkt wie die Schüler es jetzt sind. An ihrem Beispiel konnten die Schüler sehen, was man mit Hauptschulabschluss im Leben erreichen kann, wenn man sich weiterbildet.

Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund beträgt mehr als 70 Prozent. Berufshinführung und Sprachförderung sind Schwerpunkte der Schule. „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, Hoffnungslosigkeit zu überwinden“, so die Landtagspräsidentin. „Wer zweisprachig aufgewachsen ist, wird heute gebraucht. Wenn Kinder den kulturellen Hintergrund ihres Herkunftslandes ebenso wie Deutschlands kennen, ist das ein Vorteil. Wir müssen vor Ort den Jugendlichen vermitteln, dass sie gebraucht werden.
Schön wäre es, wenn sie lernen, dass das Ehrenamt eine Eintrittskarte in den Beruf ist.“ Regina van Dinther selbst ist über Ehrenämter zur Politik gekommen. „Wir brauchen nicht die Einser-Schüler, sondern Persönlichkeiten“, so die Präsidentin.
Angst vor Ausländerfeindlichkeit und Chancenlosigkeit beherrschte auch die anschließende Diskussion. Aber es kamen auch Fragen zu aktuellen politischen Themen: „Wollen noch andere Länder den Euro einführen?“, wurde beispielsweise gefragt (Antwort der Präsidentin: Die Slowakei führe die Währung zum 1.1.09 ein).

Für Gelächter sorgte die Frage: „In Cafés, in denen man Wasserpfeife rauchen kann, darf man jetzt erst ab 18 - bleibt das etwa so?“ Regina van Dinther warnte eindringlich vor den Gefahren des Rauchens: „Genau diejenigen sind sehr gefährdet, die schon früh den ersten Joint geraucht haben oder Alkohol konsumiert haben. Es ist schwer, sich aus eigener Kraft wieder aus dem Sumpf ziehen, einfacher, gar nicht erst damit anzufangen. Ich kann euch allen nur empfehlen, andere Abenteuer zu suchen, Schwächen und Stärken testen muss man nicht bei Drogen und Alkohol.“ Der Sorge, nicht erwünscht zu sein in Vereinen vor Ort, begegnete van Dinther mit einem Aufruf zu mehr Selbstbewusstsein und Eigeninitiative: „Nimm deine Kumpels mit. Wenn ihr zu viert zur Freiwilligen Feuerwehr geht und sagt, ihr wollt mitmachen, schicken die euch doch nicht weg!“ Da Gymnasiasten eher aus ihrer Geburtsstadt wegziehen würden, sei es besonders wichtig für die Hauptschüler, sich um ihre Stadt zu kümmern.
(Text und Fotos: Doro Dietsch/ Landtag NRW)
